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Schleicher Sicherheitsdienst in der Presse

Sie haben ihre Augen überall

Kronach, 19.08.2014 - Der Security-Dienst auf demKronacher Freischießen schlichtet Auseinandersetzungen und geht schonmal auch hart dazwischen. Wir haben zwei Sicherheitsmänner einen Abend auf derHofwiese begleitet.

Jeder kennt sie. Sie sind ja auch nicht zu übersehen, schon allein wegen ihrer stattlichen Größe. Meistens stehen sie unnahbar in einer Ecke, mit Headset im Ohr: die Security-Männer auf dem Kronacher Freischießen. Wir haben sie einen Abend lang begleitet.

19.30 Uhr: Viel ist noch nicht los auf der Hofwiese – kein Wunder bei den kühlen Temperaturen. Nichtsdestotrotz stehen die Sicherheitsleute parat. Gleich neben dem Eingang rechts. Unter den starken Kerlen befindet sich auch eine zierliche blonde Frau, Katy F. Sie unterstützt dieTruppe mit ihrer Hundestaffel.

20 Uhr: Einsatzleiter Alexander F. bricht zu seiner ersten Tour über die Hofwiese auf, bespricht sich mit seinen Kollegen, die an den „Brennpunkten“ aufgestellt sind. Erstes Ziel ist die Kaiserhofhalle. Die Securitys vor Ort berichten, dass bis jetzt alles ruhig ist. Nächste Station ist das Fahrgeschäft „Breakdance“ am Bermuda-Dreieck. Auch hier alles gut. Station drei ist der Autoscooter. „Hier sammeln sich vor allem Jugendliche“,
erklärt F. Einer der Sicherheitsmänner hier ist Christopher M. Der 23-Jährige erklärt, wie er zu diesem Job gekommen ist. „Die meisten von uns werden ausgesucht“, berichtet er. Das wohl Wichtigste bei diesem Job sei das Auftreten und  der Umgang mit Menschen. Außerdem sollte man bei einem Vorfall Verständnis zeigen – für beide Seiten. Und man sollte Ruhe ausstrahlen.

20.40 Uhr: Die Hofwiese hat sich etwas gefüllt, aber bei weitem noch nicht so,wie normalerweise an XXL-Nächten. Es ist Zeit für den nächsten Rundgang. Kaum Abwechslung, außer, dass die Tour diesmal anders herum führt. Durch dieses beständige Ablaufen des Geländes zeige man zum einen Präsenz und zum
andren falle sofort auf, wenn eine Situation eskaliert, erklärt Alexander F.

Angekommen bei dem Autoscooter zeigt sich plötzlich schon vonweitem, dass eine Gruppe Halbstarker im Kreis steht, heftig diskutiert und  wild gestikuliert. Ein Security-
Mann hat sich bereits eingeschaltet. Alexander F. kontaktiert einen Kollegen, der erklärt, dass es sich umeine „sinnlose“ Auseinandersetzung handle. Der Grund: einMädchen, um das sich zwei Kerle streiten. Bevor der zuständige Security-Mann körperlich eingreift, nimmt er sich des Problems der Jugendlichen an. 

In der Kaiserhofhalle wirft F. einen Blick auf die feiernde Masse. Die Besucher stehen –
viele in Dirndl oder Lederhose – auf den Bänken und tanzen. „Solange sie auf den Bänken stehen ist das okay, aber wenn sie auf die Tische steigen, müssen wir sie runterholen“, erklärt André L., der für die Halle als Sicherheitsmann zuständig ist. Die Gefahr ist zu hoch, dass die Tische brechen und die Leute in die Krugscherben fallen. Dreimal wird ermahnt, dann bekommen diejenigen, die doch wieder auf den Tischen stehen, Hallenverbot. Dasselbe gilt für Raucher im Gebäude. Die Securitys haben auf dem Freischießen das Hausrecht.Wenn sie also jemanden des Platzes verweisen, hat er sich daran zu halten,wenn nicht, bekommt er von der Polizei eine Anzeige.

22.35 Uhr: F. und sein Kollege Thomas B. brechen zum Außenrundgang um das
Freischießengelände auf. Es ist dunkel. Fehn und sein Kollege laufen gerade die B85 am Festplatz entlang, als sie hinter einem dicken Baum eine Gruppe Jugendlicher entdecken. F. und B. beobachten das Geschehen aus der Ferne. Es zeigt sich, dass die Jugendlichen eine Schnapsflasche bei sich haben, Tütchen unter sich austauschen.
Als die Security-Männer das bemerken, schreiten sie ein. Alles geht ganz schnell: Die Gruppe wird durch das plötzliche Eintreffen auseinandergesprengt. Ein Junge türmt,
quetscht sich durch den Bauzaun zurück auf das Gelände Richtung Autoscooter, Thomas B. hinterher.Derweil schleicht ein weiterer Junge von der Gruppe weg Richtung Bundesstraße. Doch Alexander F. rennt hinter ihm her, packt ihn an seinem Rucksack. „Tasche ausleeren“, fordert F. – die Jungs gehorchen. Sofort ist Verstärkung da. Noch während F. den Jungen abtastet, bringen die anderen den geflüchteten Teenager zurück. Als die Security-Männer die Situation im Griff haben, bringen sie die Teenies
zur Polizei, die sich um alles weitere kümmert.

Bierdusche für die Security

Die Uhr zeigt kurz nach 23 Uhr: „Es ist eine sehr schwerer Job“, sagt Polizeichef Uwe H. über die Arbeit der Securitys. „Sie machen ihre Arbeit gut. Wir wissen selbst, wie hart und schwierig das ist.“ Die Unterstützung der Security sei „unabdingbar“. Die Polizei unterstützen, das bedeutet konkret, dass „wenn eine Auseinandersetzung aufflammt,  sie sofort von den Securitys unterbunden wird und es zu keinen Körperverletzungen
kommt“. Bei den XXL-Nächten ist zusätzlich immer eine Polizeistreife auf dem Festgelände unterwegs, die sofort vom Sicherheitsdienst kontaktiert werden kann.

Auch die Schützenfestbesucher fühlen sich sicherer wenn die Securitys Präsenz zeigen. „Letztes Jahr hat ein Betrunkener mit Gläsern geschmissen, da war ich froh, dass sie da waren“, erinnert sich eine Besucherin an einen nicht ungefährlichen Vorfall.
Besonders begeistert ist sie von der Art, wie die Sicherheitsleute eine Situation managen: „Sie sind nicht gewalttätig, sondern einfach schlichtend.“ Direkt Betroffene sehen das natürlich anders. „Oft werden wir, wenn wir eingreifen als ,Schläger‘ bezeichnet“, berichtet Thomas B. 

Um 0.30 Uhr entdeckt ein Kollege von Alexander F. ein jungesMädchen, das bewusstlos hinter einem Fahrgeschäfte liegt. Auch hier helfen die Securitys, verständigen das BRK. 

1.15 Uhr: Die Stimmung ist noch immer relativ friedlich unter den  Bierzeltbesuchern. Doch plötzlich bemerken F. und B. imVorbeigehen zwei junge Erwachsene. Sie wurden gerade erst von einer Polizeistreife zurechtgewiesen. Doch kaum sind die Beamten verschwunden, beginnen die unbelehrbaren Streithähne erneut, sich zu beschimpfen. In dem Moment, als es den Anschein macht, dass der eine mit dem Maßkrug  auszuholen droht, stürmen die beiden Security-Männer los. So bleibt es zum Glück nur bei einer Bierdusche.

Der Abend ist noch lang, zumindest für die Sicherheitsmänner. Ihre Schicht geht heute bis drei Uhr.

Quelle: CARINA KUHNLEIN / Infranken, Ausgabe 19.08.2014 Kronach, Seite 9

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