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Schleicher Sicherheitsdienst in der Presse

Schutz für Leib und Leben

Personenschützer müssen im Ernstfall blitzschnell reagieren und einen kühlen Kopf bewahren. Stefan Schleicher bildet sie aus – erstmals auch im Landkreis Kronach.

Im Mitwitzer Wasserschloss ertönt ein lauter Schrei. Nur wenige Sekunden später kommen zwei Männer in dunklen Jacketts in einem unglaublichen Tempo herausgestürmt. Der eine packt den anderen von hinten am Genick und bugsiert ihn zielsicher in ein einige Meter entfernt geparktes Auto, steigt selbst auf der Fahrerseite ein und wäre theoretisch sofort bereit, loszufahren. 

Stefan Schleicher, Inhaber des Ziegelerdener Sicherheitsdienstes Schleicher, hat alles ganz genau beobachtet. Er wirkt zufrieden. „Das war gut“, sagt er anerkennend. Es ist der letzte von fünf Tagen in der Ausbildung zum Personenschützer. In der vergangenen Woche findet sie erstmals im Landkreis Kronach statt.

„Die Aufgabe eines Personenschützers ist es, wie der Name schon sagt, Personen zu beschützen. Zum Beispiel Prominente oder Politiker“, erklärt Stefan Schleicher. Die Nachfrage nach derartigen Dienstleistungen steige in der heutigen Zeit stetig. Schon lange bietet Schleicher deshalb deutschlandweit Ausbildungs-Lehrgänge an. „Und jetzt dachte ich, ich probiere es einmal in der Heimat“, erzählt er. Mit Erfolg: Fünf Teilnehmer sind in Mitwitz dabei. Einer von ihnen ist 620 Kilometer weit angereist.

Stefan Schleicher legt Wert auf kleine Gruppen – maximal acht Leute sollen es sein. „So kann ich jeden beobachten und auf Fehler eingehen“, meint er. Schließlich müsse im Ernstfall jeder Handgriff sitzen. Eine zweite Chance gebe es dann nicht.
Das oberste Ziel eines Personenschützers müsse es stets sein, Gefahr von sich und der Schutzperson abzuwenden.

Dafür schlüpfen die Teilnehmer während der Ausbildung abwechselnd in die Rollen des Personenschützers, der Schutzperson und des Angreifers und spielen verschiedene Gefahrensituationen durch. Laut Stefan Schleicher muss man nicht zwingend ein Mann wie ein Schrank sein, um diesen Job machen können. Im Gegenteil: Fast jeder sei dafür geeignet – egal ob Mann oder Frau, groß oder klein. „Die einzige Voraussetzung sind die drei ‚H‘s: Herz, Hirn, Humor“, sagt er. Außerdem sei eine gewisse körperliche Fitness vonnöten, da die Ausbildung und auch der Job durchaus anstrengend sein können.

Das Wasserschloss hat Stefan Schleicher ausgesucht, da es sich hervorragend als Ausbildungsort eigne. „Wir haben hier Schulungsräume, verwinkelte Gänge
und können im Freien üben“, zählt er auf. Das seien die besten Voraussetzungen. Denn neben praktischen Übungen stehe ein Tag lang auch Theorie auf dem Programm.
Dabei greift Stefan Schleicher auch auf ungewöhnliche Methoden zurück. So hat er auf einem Tisch im Schulungsraum eine Horde Playmobil-Männchen aufgebaut. Mit ihnen demonstriert er, wie Personenschützer und Schutzperson aus einem Auto aussteigen und zwischen zwei Absperrungen entlanglaufen. Plötzlich springt ein Angreifer – in dem Fall ein schwarzes Plastik-Männchen – über den Zaun und rennt auf die beiden zu. Die Schutzperson läuft instinktiv davon. „Jetzt muss der Personenschützer sofort hinterher. Er darf die Schutzperson nie alleine lassen“, erklärt Schleicher. Mit den Playmobil-Figuren könne er das viel eindrucksvoller veranschaulichen als beispielsweise mit einem Film. Bei den praktischen Übungen lernen die Auszubildenden schließlich, ihr Wissen in die Tat umzusetzen. „Wir trainieren hier wirklich für den Ernstfall“, betont Stefan Schleicher. Dabei komme es neben einem kühlen Kopf vor allem auf die richtige Technik an. „Ausweichen ist das A und O“, sagt er. Sobald Gefahr auftauche, gelte es, so schnell wie möglich gemeinsam mit der Schutzperson das Weite zu suchen. Dabei führe man sie von hinten am Genick. Das sieht zwar brutal aus, macht aber durchaus Sinn: „Wenn jemand Angst hat, fängt er an zu eiern. Durch den Griff am Hals kann ich ihn gezielt und schnellstmöglich an einen sicheren Ort bringen.“ Einen Tag lang fährt Schleicher mit seinen Auszubildenden sogar nach Bamberg, um in der belebten Fußgängerzone unter realen Bedingungen zu trainieren.

Am Ende der Woche fühlen sich die Teilnehmer bestens auf den Job vorbereitet. „Ich bin positiv überrascht“, sagt beispielsweise Alex Fehn. Er habe viele nützliche Tricks mit auf den Weg bekommen. In Zukunft will er weiter an sich arbeiten. Bei Vadim Grundentaler zeigen die Daumen ebenfalls nach oben. In kurzer Zeit habe er viel gelernt – „vor allem, schnell richtig zu entscheiden.“ Die anderen künftigen Personenschützer können den beiden nur zustimmen. Und auch Stefan Schleicher ist zufrieden. Er will fortan drei bis vier Kurse pro Jahr im Landkreis Kronach anbieten.

Quelle: Neue Presse Coburg

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