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Schleicher Sicherheitsdienst in der Presse

Mit Sicherheit durch die Party

Neue Presse Coburg, 11.11.2010 - Unter Alkoholeinfluss gerät manch ein Partygast außer Kontrolle. Der Sicherheitsdienst von Stefan Schleicher passt bis in die frühen Morgenstunden auf, dass dennoch nichts passiert.

Schleicher Sicherheitsdienst, Coburg

Foto: Thiele, Neue Presse Coburg

Kein Durchkommen: Wer an Stefan Schleicher (rechts) und seinem Kollegen Christopher Müller vorbei ins Café Kitsch kommen will, sollte keine Waffen dabei haben und nicht übermäßig alkoholisiert sein. Foto: Thiele

Kronach - Draußen wird es allmählich wieder hell. Die ersten Vögel zwitschern bereits, als gegen halb sechs Uhr morgens die letzten Gäste die Diskothek verlassen. Darunter sind auch zwei reichlich alkoholisierte Männer, die lautstark miteinander gestikulieren. Plötzlich boxt der eine dem anderen unvorhersehbar in die Magengrube. Bevor die Situation jedoch eskalieren kann, tauchen wie aus dem Nichts zwei edel gekleidete Männer in schwarzen Anzügen auf und greifen energisch ein: Es gelingt ihnen, die Streithähne unbeschadet zu trennen. Die heimlichen Helden der Nacht sind Stefan Schleicher und sein Mitarbeiter vom Sicherheitsdienst.

"Gerade nach der Sperrstunde kommt es am häufigsten zu Auseinandersetzungen", weiß Stefan Schleicher, Chef seines eigenen Sicherheitsdienstes, zu berichten: "Wenn die Party vorbei ist und die Gäste unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stehen, kann die Stimmung ganz schnell einmal kippen." Mehrere Männer arbeiten für den in Kronach ansässigen Sicherheitsdienst, der Aufträge aus ganz Deutschland entgegennimmt. Vornehmlich sind sie jedoch bei Veranstaltungen im oberfränkischen Raum aktiv. Seit über zehn Jahren ist Stefan Schleicher schon im Sicherheitsgewerbe tätig, das sich, so der "Security", "zu 80 Prozent nachts abspielt".

Die Haupteinsatzzeit für Schleicher und seine Männer ist am Wochenende, wenn andere feiern gehen und es sich gut gehen lassen. Im Veranstaltungsschutz beginnt ihr Arbeits-"Tag" beispielsweise gegen 21 Uhr abends: "Am Eingang kontrollieren wir zunächst mal das Alter oder selektieren Leute aus, die Waffen mit sich führen oder bereits offensichtlich zu tief ins Glas geschaut haben", erklärt der gebürtige Kronacher. Anschließend gehe es darum, mögliche Auseinandersetzungen zu beschwichtigen.

Da die meisten Partynächte recht turbulent zugehen, habe die Müdigkeit oft gar keine Chance. "Schwierig wirds nur, wenn ein Abend vollkommen ruhig verläuft. Aber häufig dauert so ein Schub nur zwanzig Minuten. Danach geht es wieder", erzählt Schleicher. Was tut man jedoch in so einer kritischen Situation? "Ich persönlich schwöre auf Cola", verrät der Sicherheitsmann. "Und auf Schokolade", fügt er grinsend hinzu.

Natürlich müsse man aber auch gesundheitlich überdurchschnittlich fit sein. "Für meine Mitarbeiter ist das zwar keine Voraussetzung, aber ich für meinen Teil bin seit meiner Jugend Nichtraucher, Nichttrinker und treibe sehr viel Sport", so der Sicherheitsmann. Gewisse Sportarten seien natürlich von Vorteil für den Job: "Gerade für Notfallsituationen müssen wir geschult sein. Daher sind fast alle meine Mitarbeiter im Kampfsport ausgebildet". Denn nicht immer läuft alles glatt. "Das bisher Schlimmste war eine Messerstecherei, bei der einer meiner Mitarbeiter verletzt wurde", berichtet Schleicher aus seiner zehnjährigen Erfahrung.

Die Nachtschicht endet erst, wenn sich nach dem Torschluss der Diskotheken alle Besucher friedlich entfernt haben - das sei meist erst gegen sechs Uhr morgens der Fall. Zuhause ankommen und gleich ins Bett fallen funktioniert allerdings nicht: "Ich muss dann erst mal meinen Körper runterfahren. Man ist ja zu diesem Zeitpunkt noch total aufgedreht", erklärt der Kronacher. Meistens brauche er dann zunächst eine heiße Dusche und eine Tasse Tee.

Obwohl Schleichers Arbeitszeiten den Tagesrhythmus einer gewöhnlichen Familie sprengen, schafft er es, Beruf und Privatleben mit Familie und zwei Kindern gut unter einen Hut zu kriegen. "Man braucht dazu allerdings auch die richtige Frau", gibt er lachend zu. Da er aber schon vorher in anderen Jobs nachts gearbeitet hat, stellt die Nachtschicht für Stefan Schleicher heute kein Problem mehr da.

Sicherheit wird laut Schleicher immer gefragter. Er betont aber auch, dass sich die Branche zunehmend professionalisiere. "Das Image vom Security als brutalen Schläger, der nicht viel im Kopf hat, ist passé", so Schleicher. Das gelte vor allem für seinen Sicherheitsdienst. Neue Mitarbeiter müssten zunächst einmal eine Ausbildung als "Fachkraft für Schutz und Sicherheit" absolvieren. "Drei Dinge braucht man in meinem Job: Herz, Hirn, und Humor", erklärt Schleicher überzeugt. In dem sowieso sehr aufreibenden und stressigen Beruf sei Psychologie wichtiger als Gewalt: "Mit Worten kommt man definitiv weiter als mit Fäusten", so der Kronacher. Und dass jeder Streit ein gutes Ende für alle Beteiligten nimmt, ist schließlich die Hauptaufgabe der Securities. Denn eines weiß Stefan Schleicher mittlerweile: "Die Nacht lebt - auch in Kronach".

Ein Bericht von Anja Thiele

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